Bäume sind für mich weit mehr als Stadtgrün – sie beruhigen, kühlen, spenden Schatten und halten die Luft sauber. Gäbe es sie nicht, müsste man sie erfinden.
URBAN UTOPIA 2026
Bäume per Gesetz: Stadtbaum-Initiative: Wie schaffen wir 1 Million Bäume bis 2040?
11:35 – 12:20 · Raum 1: Lärche
Städte sind die Lungen unserer Zukunft – doch wie können wir sicherstellen, dass sie auch morgen noch atmen? In unserem inspirierenden Diskussionspanel „Bäume per Gesetz“ stellen wir uns einer der drängendsten Fragen der urbanen Entwicklung: Wie schaffen wir es, bis 2040 eine Million neue Bäume in unseren Städten zu pflanzen? Die Stadt-Baum-Initiative ist mehr als nur ein ehrgeiziges Ziel – sie ist ein Aufruf zum Handeln. Doch wie lässt sich dieses Vorhaben in die Tat umsetzen? Braucht es neue Gesetze, innovative Finanzierungsmodelle oder eine breite Bürgerbeteiligung? Und wie können wir sicherstellen, dass die Bäume nicht nur gepflanzt, sondern auch langfristig erhalten werden?
Was bedeutet die Verbindung zwischen Mensch und Pflanze für dich?
„Verbindung zeigt sich hier vor allem in ihrer Abwesenheit. Die dringend notwendige Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteur:innen – insbesondere mit der Senats- und Bezirksverwaltung – ist aktuell oft von Brüchen geprägt. Statt funktionierender Vernetzung besteht (noch) Disconnection. Die Politik erwünschte sich explizit den Einbezug der Zivilgesellschaft beim Pflanzen und Finanzieren, um die Gesamtkosten auf drei Milliarden Euro zu drücken. Gerade darin liegt die zentrale Aufgabe: neue Formen der Zusammenarbeit zu schaffen, um den gesetzlichen Auftrag realisieren zu können. Denn ohne funktionierende Verbindungen entsteht Politikverdrossenheit, die Chance auf die Aufbruchstimmung fürs urbane Grüne erstickt im Keim.“
Welche Pflanze inspiriert dich besonders?
„Rhabarber – Er leitet den Sommer ein“
URBAN UTOPIA 2025
Pitches of Greenification
12:00 – 13:00
Caspar Möller Die Miyawaki-Methode zur naturnahen Grünflächengestaltung in Städten. Mit zunehmender Urbanisierung breiten sich Städte immer weiter in Naturräume aus und verdrängen diese. Gleichzeitig bietet graue Infrastruktur keine Antworten auf die Herausforderungen des Klimawandels und auch bisherige Grünflächengestaltung wie Einzelbäume und Rasenflächen können nicht mehr allen Ansprüchen gerecht werden. Tiny Forests nach der Miyawaki-Methode sind ein Werkzeug, um natürlichere Räume in Städten zu schaffen und biologischen, ökologischen und klimatischen Problemstellungen des 21. Jahrhunderts zu begegnen. Durch partizipative Pflanzungaktionen, Bildungsangebote und Citizen Science integriert die Miyawaki-Methode auch soziale Aspekte. Als Ganzes betrachtet stellt die Miyawaki-Methode ein wertvolles Werkzeug zur sozial-ökologischen Transformation dar. Jacob Fels Der Wert von Regionalität am Beispiel von Tiny Farms und All the Flowers Regionalität ist mehr als nur eine Frage der Herkunft – sie steht für wertvolle Beziehungen, nachhaltige Strukturen und eine tiefere Wertschätzung entlang der gesamten Lieferkette. Anhand der Beispiele Tiny Farms und All the Flowers zeigte dieser Pitch, warum regionale Produkte oft teurer sind und welchen gesellschaftlichen Mehrwert sie bieten. Im Mittelpunkt standen das Potenzial von Veränderung und Transformation, die Bedeutung von Beziehungen und die ökonomische Relevanz echter Wertschätzung. Jakob Kukula (Symbiotic Lab, Pitch) Uferbegrünung 2.0 – Wie Städte und Unternehmen vom grünen Flussufer profitieren Wie kann der Fluss zur Regeneration der Stadt beitragen? Dieser Pitch zeigte, wie eine gezielte Begrünung von Flussufern eine Win-Win-Situation für Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt schafft. Durch eine nachhaltige und ästhetische Gestaltung entstehen nicht nur lebenswertere urbane Räume, sondern auch neue sozioökonomische Chancen. Spreevision lieferte eine visionäre Perspektive darauf, wie Spreeufer und Städte der Zukunft aussehen können. Ayumi Matsuzaka The Diaper Cycle: Dycle (ENG) DYCLE fundamentally changed how baby diapers are produced, used and recycled. They pioneered a new upcycling system that transforms old waste (diapers) into new growth (trees) through the creation of fertile soil. In doing this, they took care of the basic needs of both people and planet and pioneered a new experience for children and parents. Daniel-Jan Girl Von Vision zur Umsetzung: Expo 35 als Roadmap für Berlins nachhaltige Transformation Berlin als Leuchtturm nachhaltiger Stadtentwicklung – die Initiative Global Goals für Berlin e.V. brachte Akteur:innen aus Kunst, Wissenschaft, Politik und Innovation zusammen, um die notwendigen Veränderungen für eine grüne, zukunftsfähige Metropole zu gestalten. Die Expo 35 sollte als Weltausstellung Berlins Potenzial sichtbar machen und die Stadt als internationales Vorbild positionieren. In diesem Pitch zeigte der Vorstand, wie dieser Transformationsprozess partizipativ gestaltet wurde und die gesamte Berliner Bevölkerung aktiv eingebunden werden konnte. Gwendolyn Moiles & Simon Schulz Das Projekt CUBES Circle verfolgte die Vision einer zukunftsfähigen Nahrungsmittelproduktion in modularen, vernetzten und standardisierten Einheiten, den sogenannten CUBES. Diese CUBES bildeten ein geschlossenes System, das sich nahtlos in urbane Räume integriert und auf verschiedene Standorte anpassbar ist. Durch intelligente Vernetzung und Steuerung wurde eine ressourcenschonende Produktion ohne Zusatzstoffe, Emissionen oder Abfälle ermöglicht. Ziel war es, eine nachhaltige Lösung für die Herausforderungen der urbanen Verdichtung, des Bevölkerungswachstums und der knappen Anbauflächen zu bieten. Claudia Nassif Scaling Plant and Soil Intelligence for a Greener Future Ludivine Gragy PIONEER UNITS: Autonomes Pflanzsystem PIONEER UNITS ist ein modulares Pflanzsystem, das seinen Ursprung in Japan hat und für Großstädte mit begrenztem Zugang zum Boden entwickelt wurde. Dieses lebendige System wirkte nicht nur als grüne Struktur, die vor Sonne und Wind schützte, sondern trug durch die Evapotranspiration seiner fünf bepflanzten Seiten auch zur Regulierung der Umgebungstemperatur bei. Autonom und pflegeleicht passte sich dieses innovative System an vielfältige Kontexte an: Fassaden, Platzflächen auf Dachterrassen, Innenhöfe usw.. So ermöglichte es die sofortige Schaffung von Biodiversitätsinseln in der Stadt. Julia Pohl und Heinrich Strößenreuther Per BäumePlus-Gesetz für Klimaanpassung, Stadtgrün und Bäume sorgen und Milliarden-Investitionen in blau-grüne Infrastruktur triggern Bis 2040 fällt Berlin rund 100.000 Straßenbäume – die grüne Stadt wird verschwinden. Um Berlin auf Hitze, Dürre und Klimawandel vorzubereiten, hatten sie deshalb den Volksentscheid Baum gestartet und dafür Deutschlands erstes konkretes Klimaanpassungsgesetz für die kommunale Umsetzung entwickelt – gemeinsam mit Ehrenamtlichen. Ziele: 1 Million gesunde Straßenbäume, Hitzehotspots um 2 °C kühlen, 1.000 Miniparks, 100 Grünflächen, 50 % Regenwassernutzung. Über 7 Milliarden Euro sollte der Senat bis 2040 investieren, um Berlin wetterfest zu machen. In diesem Pitch zeigten der Co-Initiator und die Geschäftsführerin, wie sie bereits zahlreiche Parteien und NGOs als Unterstützer gewinnen konnten. Mehr Infos unter www.baumentscheid.de. Nicole Klattenhoff Grün bewegt. Und sie wollte bewegen. Ihr Herz schlug für Pflanzen – für ihre Schönheit, ihre Kraft, ihre leise Veränderung. Sie wollte begeistern. Und anstecken. Für mehr Mut zu Grün. Denn Pflanzen sind nicht nur Dekoration – sie sind Kühlung, Lebensraum, Verbindung. Sie schenken unseren Städten Atem und Seele. Sie machen Menschen glücklich. Damit Pflanzungen nachhaltig funktionieren, braucht es Wissen und Erfahrung zur richtigen Auswahl, Pflege und Pflanzung. Und ein Netzwerk, das teilt, was wächst – an Ideen, Erkenntnissen, Lösungen. Je mehr wir voneinander lernen, desto mutiger dürfen unsere Pflanzungen sein. Und desto grüner wird unsere gemeinsame Zukunft.
Welche Pflanze inspiriert dich besonders?
„Die Esche, weil sie in meiner friesischen Heimat so ein schönes Geräusch macht, wenn der Wind dadurch fährt“