Urban Utopia
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Dr. Hildegard Kurt

Dr. Hildegard Kurt

Kulturwissenschaftlerin, Autorin, Mitbegründerin und Vorstandsmitglied · und.Institut für Kunst, Kultur und Zukunftsfähigkeit e.V. (und.Institut)

und-institut.de

In der einstigen Weltsprache Latein gehört humus zur selben Wortfamilie wie humanus, was »menschlich«, »menschenwürdig« und auch »fein gebildet« heißt. Bedeutet das, die Fruchtbarkeit unserer Erde und Menschlichkeit sind untrennbar ineinander verwoben? Und scheint es nicht mitunter, als erodiere überall in der Welt die Humanität, so, wie in großem Maßstab der Humus schwindet? Diese Fragen bewegen mich.

URBAN UTOPIA 2026

Mit Pflanzen Zukunft gestalten im Horizont der digitalen Revolution

13:40 – 14:40 · Raum 6: Glockenblume

Wir leben in einem Moment wachsender Widersprüche: Während KI und algorithmische Logik immer mehr Lebens- und Arbeitsbereiche durchdringen, wächst zugleich die Sehnsucht nach Lebendigkeit, Verbindung und sinnstiftenden Räumen. Pflanzen stehen dabei für eine andere Intelligenz, eine andere Zeitlichkeit. Mit einem eröffnenden Impuls von Dr. Hildegard Kurt erkundet das Panel, wie pflanzenbasiertes Denken und Arbeiten im Horizont der digitalen Revolution neue Orientierung stiften kann. Was können Pflanzen uns über Wachstum, Resilienz und Gemeinschaft lehren, das kein Algorithmus simulieren kann? Dr. Hildegard Kurt, Mike Kauschke, Claudia Gölz und Paul Baumann bringen unterschiedliche Perspektiven aus Praxis, Kulturphilosophie und Netzwerkarbeit zusammen, um gemeinsam zu erkunden: Wie gestalten wir inmitten systemischer Widersprüche eine Zukunft, die wirklich lebendig ist?

Was bedeutet die Verbindung zwischen Mensch und Pflanze für dich?

„Die Pflanze ist eine Zeitgenossin, die uns als Gesellschaft unterstützen kann, zu einem neuen Weltbezug zu finden – einem, der auf Beziehung und Verbundenheit beruht, statt auf einer Trennung zwischen Subjekt und Objekt, wie in der Moderne der Fall. In dem Maße, wie uns das gelingt, erschließen wir ein Terrain, auf dem wir anschlussfähig zu anderen Wissenskulturen werden, namentlich zu indigenem Wissen. Wobei es darauf ankommt, indigenes Wissen nicht zu imitieren, sondern aus den eigenen kulturellen, auch wissenschaftlichen Ressourcen zu schöpfen. Pflanzen können hierbei Lehrerinnen sein.“

Welche Pflanze inspiriert dich besonders?

„Zu meinen Lieblingspflanzen zählt Efeu – was mich selbst manchmal überrascht. In meinen Balkonkästen gibt es welchen und auch, ja, auf dem Grab meines Liebsten. Faszinierend, die unglaubliche Resilienz und Kontinuität des Efeu. Er ist eigenwillig, bahnt sich seinen Weg – mit einer Kraft, die ich als beruhigend erlebe.“

URBAN UTOPIA 2025

Neu mit dem Lebendigen kommunizieren

9:45 – 10:15

Die Welt der Pflanzen ist in all ihren Aspekten Ausdruck von Bedeutung, ist Sprache, Kommunikation. Wie konnten wir neu lernen, diese nonverbale Sprache zu verstehen und so angemessen mit nicht-menschlich Lebendigem zu kommunizieren? Inwiefern hatte das auch eine politische Dimension? Zum Manuskript

Was bedeutet die Verbindung zwischen Mensch und Pflanze für dich?

„In der einstigen Weltsprache Latein gehört humus zur selben Wortfamilie wie humanus, was »menschlich«, »menschenwürdig« und auch »fein gebildet« heißt. Bedeutet das, die Fruchtbarkeit unserer Erde und Menschlichkeit sind untrennbar ineinander verwoben? Und scheint es nicht mitunter, als erodiere überall in der Welt die Humanität, so, wie in großem Maßstab der Humus schwindet? Diese Fragen bewegen mich. Sie deuten auf Bezüge zwischen meinem bäuerlichen Ursprung – der Kindheit in einem rheinhessischen Dorf – und meiner jetzigen Arbeit. Und sie erhellen, wie nötig Verbindungen mit jener Mitte im Menschen sind, worin alles Lebendige zu Bewusstsein gelangen will. Man kann das mit Paul Klee das »Herz der Schöpfung« nennen. Manuskript zur Keynote: https://urbanutopia.berlin/keynote-neu-mit-dem-lebendigen-kommunizieren/“

Welche Pflanze inspiriert dich besonders?

„Apfelbaum - Äpfel zählen zu meinen Mitarbeitenden, besonders in den "Lebendigkeitswerkstätten"“